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Expertenmeinung: Julien Petit, Forsttechniker beim ONF

Interview – JPETIT – Forsttechniker – ONF

Julien Petit hat unsere Fragen zu den „Inseln der Zukunft“ beantwortet, insbesondere zu denen in Roiffieux, die im Mittelpunkt eines vom ONF getragenen und von Azergo über den Stiftungsfonds „ONF-Agir pour la forêt“ im Rahmen eines Sponsoring-Projekts unterstützten Vorhabens stehen.

 

  • Julien Petit, Sie sind Forsttechniker beim Office national des forêts. Was genau umfasst Ihr Beruf?

Als Forsttechniker verwalte ich die öffentlichen Wälder im Gebiet von Annonay in der Ardèche. Ich bin seit fünf Jahren bei der örtlichen Regionalstelle im Gebiet Nord-Ardèche tätig, zusammen mit sieben weiteren Technikern. Jeder von uns ist für eine unterschiedlich große Fläche zuständig. Mein Gebiet ist sehr zersplittert und umfasst etwa fünfzehn Wälder, die ausschließlich in kommunalem Besitz sind, wie beispielsweise der Wald von Roiffieux.

Julien Petit – Forsttechniker beim ONF

Konkret plane ich jedes Jahr in Absprache mit den Gemeindevertretern und je nach verfügbaren Finanzmitteln Maßnahmen in den Wäldern: Holzschlag und Holzvermarktung, Pflanzarbeiten, Bestandsaufnahmen von Fauna und Flora, Ausweisung von Bäumen von ökologischem Interesse usw. Ich bin auch für die Umsetzung dieser Maßnahmen zuständig. Der Großteil der Arbeiten wird von Forstarbeitern des ONF durchgeführt. Gelegentlich organisiere ich auch Veranstaltungen mit Schulklassen, wie beispielsweise in Roiffieux. Schließlich habe ich eine Überwachungs- und Kontrollfunktion. Ich achte auf die Einhaltung des Forstgesetzes und regele die Praktiken im Wald.

  • Warum hat sich die ONF dafür entschieden, in Roiffieux „Inseln der Zukunft“ zu errichten?
Kastanienpilze
Pilze auf Kastanienholz

Wir haben im Wald von Roiffieux einen Anstieg der Baumsterblichkeit beobachtet, der sich teilweise durch die globale Erwärmung erklären lässt. Tatsächlich schwächt die Zunahme sommerlicher Dürreperioden in diesem Gebiet (2021, 2022 und 2023) die Waldbestände, die an solche Bedingungen kaum gewöhnt sind. Auch andere Faktoren wie Schädlinge und Pilze können eine Rolle spielen, insbesondere bei der Kastanie. Wir haben zwei Gebiete („Waldparzellen“) identifiziert, die besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und in denen Kastanien und Waldkiefern wachsen. Genau dort wurden die „Inseln der Zukunft“ angelegt.

  • Was sind die Ziele dieses Projekts?

Das Ziel der „Inseln der Zukunft“ besteht darin, im Zusammenhang mit steigenden Temperaturen und sinkenden Niederschlagsmengen neue Baumarten zu testen. Die kranken Bäume auf den ausgewählten Parzellen wurden zunächst gefällt, um einen Hektar mit den beiden neuen Baumarten – Salzmann-Kiefer und Kalifornische Douglasie – zu bepflanzen. Die Auswahl erfolgte mithilfe einer Software, die Prognosen zum Klimawandel ermöglicht, der je nach Hanglage, Standortbedingungen usw. variiert. So kommt die Salzmann-Kiefer beispielsweise von Natur aus im Süden des Departements Ardèche vor und scheint lang anhaltenden Dürreperioden und Krankheiten gut standzuhalten.

Anschließend werden wir die Entwicklung der Setzlinge jedes Jahr verfolgen und die Überlebensrate in den ersten drei Jahren ermitteln, um einschätzen zu können, ob sich die ausgewählten Baumarten gut angepasst haben.

 

Salzmann-Kiefer
Fotos-Douglas-Kalifornien
Kalifornische Douglasie

Unser Team steht Ihnen gerne zur Verfügung!

Bildnachweis: ONF

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